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Leere Melodien

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Hier sitze ich nun am Klavier. 15 lange Jahre schrieb ich für Euch und mich Lieder und 15 lange Jahre dachte ich, es kämen keine neuen mehr dazu.  Schon wieder fühle ich mich so. Wie soll man auch die tausendundeinste Melodie erschaffen, wenn man bereits an der tausendsten gescheitert ist?

Mein Kopf ist leer. Voller Ideen,  voller Leben, voller Tatendrang und voller Glück – aber leer an Melodien.

Mein Werk „Abschiedsbrief (2008)“ sollte einst das letzte sein. Kein ENGELSBLUT mehr, keine Flucht vor der Wirklichkeit mehr, hinein in Ton und Wort.

Es kam anders. Ich wollte fliehen, ich wollte zu Euch sprechen. Nicht allein sein. Das war ich einst.

Ich bin es nicht mehr und der Alltag steckt so voller Arbeit für das böse Geld und für die gute Liebe. Ich arbeite viel, aber ich singe nur wenig. Bin ich so vollends glücklich? Nein. Mir fehlen die Geschichten, die ich weitergeben möchte. Die Geschichten, aber nicht das Leid.

Was ist mit Euren Geschichten? Schreibt sie mir, denn ich verzehre mich danach. Ich will fühlen, ich will denken und ich will wieder für Euch singen.

Danke.

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Klassische Spielekonsolen werden untergehen. Punkt. Punkt?

Klassische Spielekonsolen sind am Ende. Nein, diese Aussage ist nicht faktisch belegt, aber eine eigene Einschätzung der Zukunft dieser Freudenbringer meiner Kindheit. Ich heiße diese Aussicht nicht gut, aber ich halte sie für nachvollziehbar. Schon heute verzichtet man gerne auf die Mühe, ein Konsolenspiel anzuwerfen, wenn das Smartphone mit nur einem Touch den Spieltrieb für ein paar Minuten lang befriedigen kann.

Noch sind sie rar, die wirklich großen Rollenspiele und Actionkracher für mobile Plattformen, die sich erst auf den zweiten Blick als wahre Konkurrenz zu klassischen Spielekonsolen entpuppen können. Online Rollenspiele wie Gamelofts „Order&Chaos“ oder inzwischen schon zu Klassikern gereifte Werke wie „Infinity Blade“ deuten aber bereits an, dass „Handy-Spiele“ mittlerweile konkurrenzfähig zu denen der klassischen Konsolen sind und dass ihre Verfügbarkeit durch AppStore etc. nicht bequemer sein könnte. Da die Zielplattformen dieser Spiele zudem in der Regel dauerhaft online sind, ergeben sich neben der Tatsache, einfach mal eben unterwegs ein Spiel kaufen zu können, vielfältige Spielmöglichkeiten, die mobile Spielekonsolen derzeit nicht bieten.

Apple ist der Vorreiter auf diesem Gebiet und profitierte dabei von einem entscheidenden Detail: seiner Plattform für Download-Musik iTunes. Zu dem Zeitpunkt, als der AppStore das Licht der Welt erblickte, hatte man bereits abermillionen Kreditkartendaten im Griff, das Bezahlsystem musste nicht erst erschaffen werden, es existierte längst. Die zum damaligen Zeitpunkt schon große Schar potentieller Kunden konnte sich also ohne Aufwand am großen Teller voller App-Vielfalt bedienen.

Jetzt, einige Jahre später und um einige Konkurrenz reicher, geben Firmen wie Apple und Google vor, wie man Software auf mobile Endgeräte bringt. Klassische Konsolenhersteller wie Sony und Nintendo zogen mit eigenen Angeboten nur zögerlich nach und machen den Spielekauf durch vergleichsweise geringe Vielfalt oder Fantasiewährungen (Nintendo Points usw.) zu einem oft eher mühsamen Prozess. Natürlich gibt es immer noch den Gamer, der sein Spiel auf einem Datenträger in einer mehr oder minder hübschen Verpackung wissen will, aber dass dieser Zustand in nur wenigen Jahren lediglich eine Erinnerung an frühere Zeiten sein wird, steht außer Frage.

Welche Rechtfertigung haben da noch klassische Spielekonsolen? Da wäre zum einen die Haptik eines typischen Controllers. So fancy die Bedienung eines Touchscreens auch ist, so manches Spiel auf Smartphones oder Tablets schreit förmlich nach einer Bedienung mit Knöpfen, die man auch blind erfühlen kann. Es deutet sich aber an, dass dieses Problem wohl nur von jenen als solches erkannt wird, die mit dieser fühlbaren Steuerung aufgewachsen sind. Vielleicht also nur eine Frage der Erziehung?

Ein Smartphone ist „immer“ dabei. Für eine kleine Runde „Bejeweled“ muss also kein zusätzlicher Handheld wie der Nintendo 3DS mitgeschleppt werden, für deren Version eines Multiplattform-Spiels (also einem Spiel, dass auf mehreren, verschiedenen Systemen veröffentlicht wird) oft im günstigsten Falle der zehnfache Preis des iOS oder Android Pendants berappt werden muss – bei gleichem Inhalt. Spielehersteller wissen das, müssen Gewinne erzielen und werden sich früher oder später fragen, ob man nicht besser 40 Millionen Handyspiele als 2 Millionen Konsolenspiele verkauft, deren Verbreitung durch hohe Lizenzkosten zudem sehr viel weniger erträglich sein dürfte.

Auch hier machen es Apple & Co. den althergebrachten Vertretern der Branche vor. Die Entwicklungswerkzeuge sind zuweilen kostenlos oder zumindest für jedermann erschwinglich, während man für eine Nintendo-Entwicklerlizenz ein halbes Haus kaufen könnte. Apple behält beim Verkauf der Software 30% des Verkaufspreises. Das liegt weit unter dem, was ein herkömmlicher Spielepublisher vom Entwickler verlangt. Man kümmert sich zudem um Vertrieb und Abrechnung. So ist es möglich, dass Einzelpersonen Spiele und Anwendungen in die Welt schmeißen können, die man unter anderen Voraussetzungen niemals erlebt hätte.

Die vergangenen paar Jahre haben die Spielebranche komplett umgekrempelt. Vielleicht, oder sogar wahrscheinlich, wird diese Branche in ihrer klassischen Form wie einst beliebte Spielezeitschriften in Vergessenheit geraten.

Was ist Eure Meinung zu dem Thema?